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Die helle Seite der Zivilgesellschaft?

5. Gesellschaftsbild und Werteordnung von NoPegida 5.1 sicht auF die gesellschaF t uNd ihre gestaltbarkeit Um den Protest gegen Pegida zu verstehen, hat uns interessiert, wie die Gegen- demonstranten auf die Gesellschaft blicken, wie sie ihren aktuellen Zustand beschreiben und welche Rolle sie selbst in ihren Augen darin spielen. Dabei kristallisierte sich vor allem heraus, dass die Wahrnehmung der Gesellschaft durch ein bestimmtes Wertefundament strukturiert und der Rahmen durch bestimmte Rechte sowie Pflichten abgesteckt wird. Diese Werte klar zu be

6. Die Sicht von NoPegida auf die Politik 6.1 eiNstelluNgeN zu politik, parteieN uNd politikerN Nach den bisherigen Ausführungen ist es keinesfalls überraschend, dass die NoPegida-Anhänger im linken politischen Lager beheimatet sind. Während die Teilnehmer der quantitativen Umfrage mehrheitlich noch für Rot-Rot- Grün votierten, sind die in den Fokusgruppen Befragten vor allem Anhänger der Grünen und der Linkspartei. Hätten bei der letzten Bundestagswahl aus- schließlich NoPegida-Demonstranten wählen dürfen, läge die Regierungsver- antwortung derzeit bei den

7. NoPegida und ihr Verhältnis zu den Medien Die negative Beurteilung der bundesrepublikanischen Medienlandschaft, ver- teufelt als sogenannte »Lügenpresse«, war ein zentrales Antriebsmoment der Pegida-Demonstranten. Die Medien würden Tatsachen verfälschen und In- halte aus dem Zusammenhang reißen, ohnehin seien sie nur von Lobbyisten und Dritten gelenkt statt unabhängig. Dabei war die Ablehnung der etablierten Medien bei den »Patriotischen Europäern« gefestigt und kategorisch. Medien berichten, so der Tenor in den Pegida-Gesprächsrunden, weder unabhängig

3. NoPegida und das Verhältnis zu Gewalt und Polizei So groß die Differenzen zwischen den unterschiedlichen Städten hinsichtlich ihrer Akteure, Netzwerke, Proteste und der grundierenden Erzählungen zum Teil auch sein mögen, in einer Hinsicht besteht über alle Protestorte hinweg ein Moment der Gemeinsamkeit und Einigkeit: die Thematisierung der Poli- zei. In den meisten Fällen erfolgte diese über Problematisierung und Kritik an der Rolle der Polizei selbst. Die Erwähnung der Polizei und vor allem die Wahrnehmung ihrer Funk- tion und ihres Auftretens

Die schmutzige Seite der Zivilgesellschaft?
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Bewegungsmetropole, die keine mehr ist: Frankfurt a.M. | 35 2.3.2 Netzwerke und Organisation der Gegenproteste in Frankfurt | 36 2.4 Leipzig | 39 2.4.1 Die Metropole, die wieder in Bewegung ist: Leipzig | 39 2.4.2 Netzwerke und Organisationen der Gegenproteste in Leipzig | 41 2.5 Ähnliche Organisationsstrukturen trotz unterschiedlicher politisch-kultureller Traditionen | 45 3. NoPegida und das Verhältnis zu Gewalt und Polizei | 55 4. Selbstverständnis und Selbstwahrnehmung | 63 4.1 Protestmotivation | 63 4.2 Politische Verortung zwischen »links« und »rechts« | 67 5

1. Einleitung und Fragestellung 1.1 No-Was? Seit Herbst 2014 und somit seit den Protesten der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) waren deutschlandweit bald Gegen- stimmen zu vernehmen, die landläufig als NoPegida-Bewegung bezeichnet wurden. Während sich von Dresden ausgehend in zahlreichen anderen Städ- ten Menschen versammelten, die ihren Unmut und Hass gegen religiöse Minderheiten, gegen die »Lügenpresse« und gegen die »Volksverräter« zum Ausdruck bringen wollten1, traten ihnen, zunächst nicht an allen Orten der Pegida

8. Konklusion 8.1 Nopegida — eiNe spoNtaNe re ak tioN auF die »patriotischeN europÄer«? Für Toleranz, Weltoffenheit und Pluralität – das ist das Credo der NoPegida- Demonstranten. Doch ebenso sind »Widerstand leisten«, »Gesicht zeigen« und die »Straße zurückerobern« Bestandteile ihres Vokabulars und Hand- lungsrepertoires. Die NoPegidas sind in erster Linie Gegendemonstrationen. Sie bilden jedoch keine Opposition gegen die Exekutive, Legislative oder eine Arbeitgeberfraktion, die so oft Gegner von massenhaften öffentlichen Mobi- lisierungen sind, sondern

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Stine Marg, Katharina Trittel, Christopher Schmitz, Julia Kopp, Franz Walter NoPegida X T E X T E Stine Marg (Dr.), geb. 1983, arbeitet am Institut für Demokratieforschung zu den Themen Protest sowie politische Einstellungen und ist Mitherausgeberin der BP-Gesellschaftsstudie. Katharina Trittel, geb. 1984, arbeitet am Institut für Demokratieforschung zu den Schwerpunkten Nationalsozialismus und Geschichte der Bundesrepublik. Christopher Schmitz, geb. 1988, arbeitet am Institut für Demokratieforschung zu den Themen Protest